JakobKaiserKurzbiografie
Jakob Kaiser - eine Kurzbiografie
"...und wir haben
Brücke zu sein!"
Jakob Kaiser gehörte neben Konrad Adenauer und Kurt
Schumacher zu den herausragenden Politikern der Nachkriegszeit. Er
wurde am 8. Februar 1888 in Hammelburg geboren. Nach Buchbinderlehre
und Mitgliedschaft im Kolping-Verein wurde er ein bekannter Politiker
der Weimarer Republik: seit April 1924 war er
Landesgeschäftsführer der Christlichen Gewerkschaften
für das Rheinland und Westfalen, seit 1928 auch Mitglied des
geschäftsführenden Reichsvorstandes der Deutschen
Zentrumspartei und bis 1933 Reichstagsabgeordneter.
Als ehemals führender christlicher Gewerkschafter
knüpft Kaiser im Widerstand enge Verbindungen zu Wilhelm
Leuschner und Max Habermann. Um ihn sammeln sich Regimegegner, die enge
Kontakte zu Carl Goerdeler haben. 1938 mehrmonatige Haft wegen
Verdachts des Hoch- und Landesverrats. Nach dem gescheiterten Attentat
vom 20. Juli 1944 wird Jakob Kaiser von der Gestapo gesucht. Er taucht
unter und überlebt in einem Kellerversteck in
Potsdam-Babelsberg, während seiner Tochter Maria in Berlin
ebenfalls versteckt lebt. Seine Frau Therese wird mit der zweiten
Tochter Elisabeth im Rahmen der Sippenhaft von den Nazis nach
Buchenwald deportiert.
1945 gehört Jakob Kaiser zu den
Mitbegründern der Christlich-Demokratischen Union und
übernimmt deren Vorsitz für Berlin und die
sowjetische Besatzungszone. Er war Mitglied des Vorbereitenden
Gewerkschaftsausschusses Groß-Berlin und 1946/47 des
FDGB-Bundesvorstands sowie des Landesvorstands Groß-Berlin.
Im Dezember 1947 erfolgt durch die sowjetische Besatzungsmacht seine
Absetzung, da er sich gegen die »Blockpolitik« und
die Teilnahme der Ost-CDU am 1. Deutschen Volkskongreß
ausgesprochen hatte.
Von 1946 bis 1949 gehört Kaiser der Berliner
Stadtverordnetenversammlung an und vertritt die Stadt im
Parlamentarischen Rat in Bonn. 1949 wird Jakob Kaiser als Abgeordneter
der CDU in den ersten Bundestag gewählt und zum Minister
für Gesamtdeutsche Fragen berufen. Zehn Jahre –
zwischen 1948 und 1958 – arbeitet er als Vorsitzender der
Sozialausschüsse in der CDU. Jakob Kaiser stirbt am 7. Mai
1961 in Berlin.
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