Mehr Interesse Jugendlicher an Politik als erwartet



Dialog Politik und Jugend

Mehr Interesse Jugendlicher an Politik als erwartet

 

"Wir sind überrascht, daß so viele gekommen sind", freuten sich die MitarbeiterInnen der Jakob-Kaiser-Stiftung, die das Jungwählerforum in Stadtroda (Saale-Holzland-Kreis) vorbereitet hatten. Über einhundert Jugendliche waren in das Volkshaus gekommen, um die Bundestagskandidaten im Wahlkreis 302 kennenzulernen. Schnell gelang es Moderator Hermann Bernd, Leiter des ZDF-Landesstudios Thüringen, eine interessante und für Jugendliche nachvollziehbare Diskussion in Gang zu bringen. Letztlich wandten sich sogar einige der Schüler und Azubis mit ganz persönlichen Fragen u.a. zur Berufsausbildung, zum Studium und zur Ausbildungsförderung an die Kandidaten.

 

Die Idee, Erst- und Jungwählern aus Thüringen in Form solcher Gesprächsrunden die Möglichkeit zu geben, mit Spitzenkandidaten im Wahlkreis über die Ziele und Programme der Parteien zu sprechen, wurde erstmals im Mai in Weimar von Schülern und der Jakob-Kaiser-Stiftung realisiert. Zum Forum im Weimarer Goethe-Gymnasium und zu den folgenden Veranstaltungen in Stadtroda, Mühlhausen, Rudolstadt und Nordhausen kamen teilweise weit über 100 Jugendliche. Dies zeigt, daß jungen Menschen nicht automatisch Politikverdrossenheit nachgesagt werden kann. Eher verdichten sich die Hinweise auf Parteien(!)verdrossenheit und Defizite politischer Nachwuchsorganisationen, Jugendliche zu politischem Engagement zu motivieren.

 

Die Jungwählerforen sind Auftaktveranstaltungen des vom Land geförderten Projekts "Jugend und Ehrenamt". An verschiedenen Projektstandorten werden im Herbst weitere Tagesveranstaltungen und Kurse stattfinden. Die Themen sind "Kinder- und Jugendpolitik", "Arbeit und Ausbildung" und "Ökologische Gestaltung unserer Stadt". Das Projekt soll nicht nur junge Menschen ansprechen und ihnen zeigen, daß sich politisches Engagement lohnt und man Entscheidungen auch beeinflussen kann. Auch die Parteien, Verbände und Vereine sollen angeregt werden, durch die Herabsetzung von Beteiligungsschwellen auf Politikmüdigkeit und Parteienverdrossenheit zu reagieren.